Der Artenschutz

Biotopsanierung in Rothenburg

Mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen war es 2018 erstmalig möglich, eine ca. 0,9 ha große artenreiche Nasswiese wiederherzustellen und zu pflegen.

Mit der Umsetzung des Vorhabens "Biotopsanierung Rothenburg"konnte durch eine an die individuellen Ansprüche der Arten angepasste Bewirtschaftungsweiseein Beitrag zum Erhalt von spezifischen, schutzbedürftigen Arten geleistet werden. Weiterhin wurde zur Sicherung der Biologischen Vielfalt beigetragen.

Kopfweidenpflege in der Gemeinde Malschwitz

Kopfweiden sind prägende Elemente in unserer Kulturlandschaft. Ihr unverwechselbares Aussehen verleiht der Landschaft eine charakteristische Eigenart und Schönheit. Als Kopfweide bezeichnet man eine Weide, deren Stamm als Jungbaum auf einer Höhe von etwa 1 bis 3 Metern eingekürzt – geköpft - wurde und deren Zweige in der Folge regelmäßig beschnitten werden. Traditionell wurden regelmäßig und in kurzem Abständen geschnittene Weidenruten häufig zum Flechten von Körben verwendet oder auch für den Hausbau im Verbund mit Lehm. Außer dem Korbmacher verwendet man heute Weiden auch für den „Lebendverbau“ zur Anlage von Hecken oder für die Ufersicherung bzw. als Faschinen an Gewässern. Der Schnitt wird im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar durchgeführt. Es sollten niemals alle Bäume eines Bestandes verschnitten, werden, um den dort lebenden Tieren im näheren Umfeld ein Ausweichen zu ermöglichen. Kopfweiden bieten zahlreichen, z. T. seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen unersetzbaren Lebensraum. In ausgeräumten Agrarlandschaft stellen sie nicht selten die  letzten verbliebenen Kleinlebensräume dar.  Dabei zählen die für Kopfbäume in der Regel verwendeten Weidenarten zu den insektenreichsten Baumarten überhaupt. Mit zunehmendem Alter wächst der ökologische Wert der Kopfbäume sowohl als Lebensraum und Zufluchtstätte als auch als Trittsteine für den Biotopverbund. Bedrohte Fledermausarten sowie Höhlen- und Halbhöhlenbrüter wie der stark gefährdete Steinkauz können in den häufig hohlen Stämmen älterer Kopfbäume Unterschlupf und Nistgelegenheit finden. Die ausgefaulten, vielfach aus Spechthöhlen hervorgegangenen Baumhöhlen dienen aber auch vielen anderen Vogelarten als Brutplatz. Zahllose Insektenarten wie Käfer, Schmetterlinge und  Wildbienen verbringen in angefaulten, mulmreichen, zerfurchten oder ausgehöhlten Bäumen ihre Larvenzeit oder nutzen Blüten, Blättern und Knospen als Nahrungsquelle. Zudem besiedeln auch andere Pflanzen wie Moose, Flechten oder auch Pilze die Stämme der Kopfweiden. Bei der Pflege alter Kopfweiden werden durch den Förderverein zugleich zahlreiche Weidenstecklinge geschnitten und im Biosphärenreservat gepflanzt. So trägt der Förderverein zur Verbreitung der Kopfweiden bei. Einige der Stecklinge sind inzwischen zu  stattlichen Kopfweiden herangewachsen. Für das Storchenprojekt werden jährlich Kopfweiden verschnitten, um Flechtmaterial für die Nisthilfen der Weißstörche zu erhalten. Im Rahmen der Umweltbildung bieten alte Kopfweiden darüber hinaus die Möglichkeit zu zahlreichen Naturbeobachtungen und zum Naturerleben aufgrund der enormen Strukturvielfalt an Stamm, Kopf und Krone mit der vielseitigen Pflanzen- und Tierwelt.  

 

Im Rahmen des aktuellen Förderprogrammes konnten 19 starke Kopfweiden in der Gemeinde Malschwitz verschnitten werden.

 

Ausstiegshilfen an KU-Gräben

In den 70er und 80er Jahren wurden zahlreiche Teichzuleiter neu gebaut. Meist kam es zum naturfernen Ausbau der Gräben mit Betonverschalungen (KU-Betonteilen), da diese leicht zu pflegen waren. Die steilwandigen Betongräben stellen eine Gefahr für viele Tierarten dar.

Einmal hineingefallen, können sie an den steilen Betonwänden von selbst nicht mehr hinaus, so dass selbst Amphibien in diesen Zuleitern ertrinken. Der Verbau des Grabenlaufs führte zur Verminderung der Strukturvielfalt und zum Verlust von Kleinstlebensräumen. Im Jahr 1998 wurden verschiedene Formen von  Ausstiegshilfen an einem Grabenabschnitt einer anderen Teichgruppe errichtet, um Erfahrungen zur günstigsten Bauweise und zur Effizienz zu erhalten. Eine großflächige Umsetzung der durchweg sehr gut angenommenen und von den Teichbewirtschaftern akzeptierten Ausstiege scheiterte bisher an fehlenden Mitteln. Diese Umsetzung konnte nun mit Fördermitteln nun in der Teichgruppe Klix für eine komplette Teichgruppe erfolgen. Alle 50 m wurden dabei Ausstiegshilfen eingebaut. Dafür wurden entsprechend dem Platzangebot jeweils zwei Betonplatten abgebrochen und umgelegt. Der Aushub hinter den Platten wurde entfernt, vor Ort eingearbeitet und Grabentaschen mit einer Böschungsneigung von vorzugsweise 1:3 erstellt. Um Ausspülungen in Fließrichtung zu unterbinden, wurden Rasengittersteine eingebracht und mit Grobschotter gefüllt. Die an einem anderen Graben gewonnenen positiven Erfahrungen können hiermit in einer kompletten Teichgruppe umgesetzt werden. Ohne die Erleichterungen für die Instandhaltung der Teichzuleiter durch die Bewirtschafter einzuschränken, können anthropogen verursachte Verluste der biologischen Vielfalt erheblich reduziert bzw. komplett vermieden werden. Hiermit wird ein Zeichen für eine naturschutzgerechte Teichwirtschaft gesetzt, welches in der Folge hoffentlich von vielen anderen Bewirtschaftern „nachgemacht“ wird. Für Säuger, Lurche, Kriechtiere und Jungvögel sind die künstlich geschaffenen Hindernisse mit den senkrechten Wänden eine Falle, aus der sie, einmal hineingeraten, nicht entkommen können und qualvoll ertrinken müssen. Durch das Projekt werden technisch verbaute Teichzuleiter abschnittsweise naturnäher gestaltet. Damit wird der Tod von zahlreichen Jungvögel, Amphibien und kleineren Wildtieren vermieden – an den Ausstiegen gibt es Wechsel der Strömungsgeschwindigkeit des Wassers, damit Ruhezonen und Möglichkeiten des gefahrlosen Verlassens der Gräben. Die Ausstiegsbereiche werten die Struktur der sonst monotonen Grabengestaltung auf und werden selbst zum Lebensraum. Die Bewirtschaftung der Teiche wird durch das Projekt nicht behindert.

 

  

 

Eine Fortsetzung dieses Projektes wird angestrebt.

Burenziegen

Burenziegen unterstützen den Förderverein bei der Landschaftspflege

Seit Oktober 2010 ist der Förderverein für die Natur der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e.V. stolzer Besitzer von 10 Burenziegen.

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