Frosch- und Schwanzlurch auf Partnersuche – Aufbau von Amphibienschutzzäunen

Kaum aus der Winterruhe erwacht, begeben sich viele der heimischen Reptilien, Frosch- und Schwanzlurche schon auf Partnersuche und müssen so manche Gefahr durchstehen. Um zum Beispiel dem „Frühaufsteher“ der Schwanzlurche (Urodela), dem Bergmolch, dessen Laichzeit schon Ende Februar begonnen hat, die Wanderung zum Laichgewässer zu erleichtern, haben die Mitarbeiter des Fördervereins für die Natur der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e.V. rechtzeitig begonnen, Amphibienschutzzäune aufzubauen. Diese Maßnahme wird im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum im Freistaat 2014-2020 gefördert   
 
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Moorfroschpaar (blaues Moorfroschmännchen)        
 
Folgende Amphibien wurden 2016 erfasst:
 
Ort Länge EK GF KK KM LF MF RbU TF TM Summe
Trebus 1.360 190 8 1.105     133 10 220 1 1.667
Reichwalde 700 247 1 1.484   4 39 99 231 7 2.112
Sumperteich 540 59   707 3 3 100 24 34 59 989
Förstgen 1.600 723 21 1.077 16 8 146 8 384 29 2.412
Tauer 830 708   2.070 39 3 151 1 150 10 3.132
Tschernske  1.500 98 3 5.278   12 72 217 195 2 5.877
Zimpel 1.000 464 13 20.353 6 1 335 65 14 22 21.273
Kleinölsa 800 304   6.444 7   201 127 6 17 7.106
Peternack 750 276 9 1.224 5 1 127 86 75 32 1.835
Kaschel 980 998 81 14.229 182 6 1.722 1.791 284 288 19.581
Kreba 2.049 812 3 4.209 30 3 1.158 603 694 24 7.536
Summe 12.109 4.879 139 58.180 288 41 4.184 3.031 2.287 491 73.520
 
 
 Im Jahr 2017 wurden folgende Amphibien erfasst:
 
Ort Länge EK GF KK KM LF MF RbU TF TM Summe
Trebus 1.360 118 9 883     197 20 223   1.450
Reichwalde 700 69 29 1.131   2 49 44 76   1.400
Sumperteich 540 14 4 588 7   136 52 26   827
Förstgen 1.600 470 152 538 13   588 8 166 10 1.945
Tauer 830 453 150 729 26   229 6 201 22 1.816
Tschernske  1.500 42 32 4.420 3 5 98 278 81   4.959
Zimpel 1.000 375 408 7.834 5 1 615 324 1078 16 10.656
Kleinölsa 800 185 362 4.645     545 323 415 13 6.488
Peternack 750 149 3 388 2   97 29 36 14 718
Kaschel 980 618 132 11.437 117 26 3.028 732 141 117 16.348
Kreba 2.049 320 149 2.791 45 2 454 355 704 19 4.839
Summe 12.109 2.813 1.430 35.384 218 36 6.036 2.171 3.147 211 51.446
 
 
 
 
RbU     Rotbauchunke                        GF       Grasfrosch                 TM    Teichmolch
KK       Knoblauchkröte                      TF        Teichfrosch
EK       Erdkröte                                LF        Laubfrosch
MF      Moorfrosch                             KM       Kammolch                                                                  
 
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Erdkrötenweibchen am Krötenzaun  
 
 
Auf den Straßen zwischen Förstgen und Klitten, zwischen Kreba und Kaschel, Förstgen, Tauer, zimpel sowie bei Reichwalde, Hammerstadt und Trebus haben Schutzzäune auf einer gesamten Länge von über 16 Kilometern auf beiden Seiten der Fahrbahn ihren Platz gefunden. Hierfür wurden Furchen in den Boden gezogen, Löcher für die Auffangeimer gegraben und der etwa 50 cm hohen Schutzzaun schlussendlich mit Eisenscharnieren befestigt, welche in den Erdboden gesteckt wurden. Dieser Zaun stellt für die wandernden Amphibien und Reptilien ein Hindernis dar, an welchem sie nicht ohne weiteres vorbei kommen. So hüpfen und kriechen sie am „Schutzwall“ entlang, bis es auf einmal tief nach unten geht. Denn aller 20 m ist im Boden ein Eimer versenkt, in welchen die Tiere somit hineinfallen. Diese nummerierten Behältnisse werden ein- bis zweimal am Tag von den Mitarbeitern des Fördervereins kontrolliert und die Tiere werden auf die andere Straßenseite getragen. Die Mitarbeiter müssen nun entsprechende Daten hinsichtlich der Anzahl der Tiere, der Art, des Geschlechtes und des Alters, sofern dieses feststellbar ist, erfassen und in Listen dokumentieren. Insgesamt wird die Kontrolle über einen Zeitraum von etwa 54 Tagen erfolgen. Die Überprüfung der Zäune und die Erfassung der jeweiligen Daten wird jährlich geführt, sodass ein Vergleich der einzelnen Jahre und Schlussfolgerungen hinsichtlich Erfolg und Effizienz der Amphibienschutzzäune gezogen werden kann.

Amphibien sind die stammesgeschichtlich älteste Klasse der Landwirbeltiere. Zunächst durchlaufen sie das Larvenstadium im Wasser und können nach der Metamorphose terrestrisch leben. Sie sind „doppellebig“ (aus dem Griechischen amphi=“auf beiden Seiten“, bios=“Leben“), jedoch auch als erwachsene Tiere auf die Nähe von Gewässern angewiesen. Tümpel und Teich dienen demnach im Frühjahr als Laichgewässer und Wohnort der später heranwachsenden Kaulquappen. Die meisten Lurche sind auf das Gewässer, in welchem sie heranwuchsen, geprägt und suchen dieses für ihre eigene Fortpflanzung und Laichablage im darauffolgenden Jahr auf. Für die Wanderung vom Winterquartier bis zum bevorzugten Tümpel müssen Molch, Erdkröte und Laubfrosch bisweilen mehrere Fahrbahnen passieren und finden durch den Straßenverkehr oft den Tod. Der Aufbau von Amphibienschutzzäunen und deren regelmäßige Kontrolle schützt Frosch und Salamander jedes Jahr. Dieser Naturschutz ist aber auch von Nöten, denn in den letzten Jahren ist ein weltweiter Rückgang dieser Tiere zu verzeichnen, dem es gilt, entgegen zu wirken. In Deutschland kommen 21 einheimische Arten vor – sieben Schwanzlurch- und 14 Froschlurcharten. Nur fünf dieser gelten nicht als bundesweit gefährdet. Zu nennen sind hier Teich-, Faden- und Bergmolch, Erdkröte und Teichfrosch. Grasfrosch und Feuersalamander stehen auf der Vorwarnliste und alle anderen Arten finden ihren Eintrag auf der Roten Liste. Für einen Großteil dieser Tiere gilt die Bundesrepublik als Gesamtareal, für welche besondere Verantwortung und Schutz gelten. Bei Fragen erreichen Sie uns unter der 035893-508570.
(Text: Katja Hädicke)