Weihnachtsgrüße, Jahresrückblick und Ausblick 2021

 

Jahresrückblick 2020 – Ausblick 2021 zum 30-jährigen Bestehen der Naturschutzstation

2020 – ein besonderes Jahr, auch in der Umweltbildungsarbeit der Naturschutzstation „Östliche Oberlausitz“ e.V. Hoch motiviert startete das ganze Team ins neue Jahr. Das Schloss Niederspree war gekauft und sollte nun eine Belebung erfahren. Die Eltern fragten nach den Ferienangeboten für´s Jahr und freuten sich auf spannende neue Veranstaltungen. Im Rahmen der Umweltbildung konnten bis in den März hinein verschiedene Veranstaltungen durchgeführt werden, finanziert durch zwei Projekte des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 -2020 und den europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes sowie im Rahmen des Werkvertrages mit der Biosphärenreservatsverwaltung. Besonders schön war es, wie jedes Jahr, Veranstaltungen am Amphibienschutzzaun und im Schafstall Förstgen anzubieten – hier können alle, ob Groß oder Klein, Amphibien retten oder mit einem zufriedenen Lächeln Lämmer streicheln. Der Lockdown unterbrach diese Arbeit; viele Telefonate später waren alle Veranstaltungen der nächsten Monate abgesagt, die Mitarbeiter der Umweltbildung hatten das wohl ruhigste Frühjahr seit Bestehen des Vereins – nämlich in Kurzarbeit zu Hause.
Mit großer Freude wurde das Ende der harten Einschränkungen begrüßt und Kinder und Jugendliche zu den Ferienwochen und Camps in den Sommer- und Herbstferien eingeladen. Die gesamten Ferien hindurch konnten jeweils 7 bis 14 Kinder eine Woche lang Natur erleben: Sie fingen Insekten, bauten Nistkästen, erkundeten Wald und Wiese, halfen dem Schäfer bei seiner Arbeit und erlernten das Angelhandwerk. Auch einzelne Veranstaltungen mit Schulen und Horten konnten über den Sommer stattfinden. Seit November heißt es nun, organisatorische Arbeiten zu erledigen und hoffnungsvoll neue Veranstaltungen für das nächste Jahr zu planen und vorzubereiten.
Trotz aller Widrigkeiten konnten im Jahreslauf 203 Veranstaltungen durchgeführt und dabei 3.177 Teilnehmer mit neuem Wissen rund um unsere Natur versorgt werden (2019: 740 Veranstaltungen).
Im Gegensatz zur Umweltbildung liefen die praktischen Naturschutzarbeiten kontinuierlich weiter. Ob Storchennestsanierung, Amphibienzaunkontrolle oder Biotopflege mit Motorsense und Schafen, unsere zahlreichen Teams leisten im Auftrag der Natur und mit finanzieller Unterstützung des Freistaates Sachsen eine sehr umfangreiche Arbeit:
-Auf- und Abbau sowie Betreuung von 22 km Amhibienschutzzaun an 20 Standorten mit – leider – nur noch 14.700 erfassten Amphibien (2016 waren es noch 73.000)
-Storchennestsanierungen
-Erhalt und Pflege von 220 ha Grünland- und Heidebiotope mit ca. 600 Moorschnucken und Burenziegen
-Quartiersicherung des Großen Mausohrs in Laubusch
-Quartieroptimierung von Wochenstubenquartieren des Grauen Langohrs in Spreewiese, Gebelzig, Spreewitz, Markersdorf, Förstgen u.v.a., durch den Bau von Wärmekammern, Spaltenquartieren und das Anbringen von Gewölbesteinen in enger Zusammenarbeit mit Dipl. Biol. Christiane Schmidt

 

Dank zuverlässiger Arbeit in den vergangenen Jahren und fleißigem Schreiben von Anträgen konnte die Finanzierung für zukünftige Projekte gesichert werden:
-Förderung von Technik zur Durchführung unserer vielen Naturschutzprojekte
-Förderung von Umweltbildungsprojekten wie: „Von blauen Fröschen und roten Unken“
-Umweltbildungsvertrag mit der Biosphärenreservatsverwaltung zum Durchführen von Feriencamps und Veranstaltungen im Haus der Tausend Teiche in Wartha
-Förderung der Entbuschung ehemals sehr wertvoller Feuchtwiesen bei Lieske, Daubitz und bei Niederspree u.v.a.m.

 

Große Unterstützung wurde uns in diesem Jahr zuteil durch Spenden des Rotary Clubs Dreiländereck Oberlausitz für ein Baumpflanzprojekt, des Lions Clubs Görlitz für die Förderung der handwerklichen Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen, der Sparkasse Oberlausitz Niederschlesien für die Reparatur des Waldpavillons in Niederspree und den Bau eines Backofens an der Wassermühle in Förstgen, der ENSO für die Spende von Bäumen und der LEAG für die Unterstützung beim Bau der Nachtpferche für unsere Weidetiere zum Schutz vor den Wölfen. Besonders haben wir uns natürlich auch über die privaten Unterstützer sowie die große Schar an Ehrenamtlern gefreut. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an alle Beteiligten, Partner und Unterstützer – auch an die Behörden wie die Fördermittelstelle in Kamenz, dem Gesundheitsamt, den Landratsämtern Bautzen und Görlitz, v.a. natürlich der Unteren Naturschutzbehörden, der Biosphärenreservatsverwaltung, dem Finanzamt, aber auch dem Amt für Kreisentwicklung, dem Straßenbauamt, der Gemeindeverwaltung Diehsa, Mücka, Rothenburg und den vielen zahlreichen Sachbearbeitern und deren Leitern, ohne die wir unsere Arbeit nicht in diesem Umfang durchführen könnten.

 

Mit der Sanierung der Wassermühle in Förstgen sind wir zwar einen großen Schritt weitergekommen, eine Eröffnung wird aber erst im kommenden September möglich sein. Daher danken wir herzlich für die Unterstützung durch die Förderstelle, das Architekturbüro Weise, die Baufirmen und die vielen Ehrenamtler. Auch sind wir sehr dankbar für das Verständnis der Bewohner aus Förstgen für Lärm und Staub.

 

Unser wohl schönstes Projekt in den kommenden Jahren wird die Modernisierung des künftigen Naturschutzzentrums „Schloss Niederspree“ sein. Mit dem Ende der Bundesförderung als Naturschutzgroßprojekt für das angrenzende Schutzgebiet von gesamtstaatlicher Bedeutung fiel das Schloss ab 2006 nach und nach wieder in einen Dornröschenschlaf. Wir wünschen uns Partner, Schirmherren und -damen, die über die Lausitz hinaus unsere wichtige Bildungsarbeit für kommende Generationen unterstützen. Unser engagiertes Umweltbildungsteam hat in diesem Jahr schon zahlreiche Ferienangebote vor Ort durchgeführt. Die Nachfrage nach Veranstaltung über und in der Natur ist groß in der Region, konnte aber leider aufgrund der Einschränkungen nicht wie geplant erfüllt werden. Schulen und Kindergärten freuen sich auf themenspezifische Exkursionen, Kinder möchten die Schätze der Natur in Freizeitgruppen finden und bei der praktischen Naturschutzarbeit helfen. Das Interesse an theoretischen Inhalten sollte für alle Altersgruppen im Rahmen von Vorträgen und Seminaren gestillt werden, wurde aber nun auf das Jahr 2021 und folgende verschoben. Die Themenbreite ist groß und die Experten stehen bereit; hoffen wir also auf eine baldige Entspannung der Lage. Die für diese Umweltbildung notwendige Förderung von 2 Personalstellen in der Umweltbildung wurde uns vom Freistaat Sachsen bis 31.12.2022 in Aussicht gestellt. Für die Modernisierung dieses denkmalgeschützten Hauses, welches vor genau 100 Jahren gebaut wurde, benötigen wir aber noch über 2,1 Mio Euro. Erst dann sind Übernachtungen für 2 Schulklassen und Übernachtungscamps wieder möglich, welche den Kindern immer besonders in Erinnerung bleiben.  

 

Da uns natürlich allen bewusst ist, dass das Geld, vor allem im Naturschutz, knapp ist, bemühen wir uns auch über das übliche Maß hinaus um das Projekt. An zahlreichen Wochenenden haben wir mit vielen Ehrenamtlern den Waldpavillon erneuert, das komplette Schloss entrümpeln, viele kleine Reparaturen durchgeführt und das Gelände gepflegt. Wir möchten Sie alle aber um weiter Unterstützung bitten, in Form von Material- oder Geldspenden, Hilfe bei Reparatur- und Pflegearbeiten oder der Einwerbung von Unterstützern. Wir freuen uns über jegliche Hilfe!
Spendenkonto:
IBAN:   DE 32 850 501 00 00 6000 1500    
BIC:      WELADED1GRL    
Sparkasse Oberlausitz Niederschlesien         

Unser ehrgeiziges Ziel für 2021 ist es, den Brandschutzauflagen gerecht zu werden und somit die beiden nötigen Brandschutztreppen bauen und die Brandmeldeanlage installieren zu lassen.

 

Auch gefeiert werden soll im neuen Jahr. Die Naturschutzstation begeht ihr 30-jähriges Jubiläum. Alle Untersützer und Interessierte sind daher am 11. September 2021 recht herzlich nach Förstgen eingeladen.