Naturwunderwahl 2017

Die große Wahl zum Thema "Wilde Wiesen und Weiden"
Deutschlands Naturwunder 2017 - Die Gewinner stehen fest!

Die Vielfalt ist beeindruckend! Feuchtwiesen, Salzwiesen, Trocken- und Halbtrockenrasen, Bergwiesen, Fettwiesen, Streuwiesen sowie Streuobstwiesen sind nur einige Beispiele für die Fülle an Wiesen, die unsere Natur- und Kulturlandschaften aufweisen.

Traditionell sind Wiesen und Weiden vom Menschen geschaffene Ökosysteme, die durch eine regelmäßige Nutzung im Gleichgewicht gehalten werden. Zudem gibt es noch einige wenige natürliche Standorte. Je nach Ausprägung und Nutzung entwickelt sich ein großes Spektrum an mehrjährigen Gräsern und Kräutern auf den Flächen, die eine Lebensgrundlage für zahlreiche weitere Individuen bieten.

Bei der Naturwunderwahl 2017 konnte bis zum 10.09.2017 abgestimmt werden, welche Wiese oder Weide zu den schönsten Naturwundern Deutschlands gehört. 4446 Personen haben sich beteiligt.

Nun stehen die Gewinner fest. 

1. Platz mit 18,79 %
Gladiolenwiese im Daubaner Wald im UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
2. Platz mit 14,77 %
Streuobstwiese Bliesransbach im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau
3. Platz mit 9,87 %
Salzwiese auf der Hamburger Hallig im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Quelle: https://www.sielmann-stiftung.de/naturwunder/

 

Die Naturschutzstation "Östliche Oberlausitz" pflegt seit über 20 Jahren die preisgekrönte Wiese mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen und einem hohen Engagement der qualifizierten Mitarbeiter - meist in Handarbeit. Der fachgerechten Pflege ist es zu verdanken, dass das 1997 wiederentdeckte Vorkommen der Dachziegeligen Siegurz, auch Wildgladiole genannt, von ursprünglich 60 Exemplaren auf über 1.300 Stück anwachsen konnte. Mit seiner Lage im UNESCO Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide und Teichlandschaft, im Eigentüm der DBU Naturerbe GmbH und auf Grund der guten Zusammenarbeit aller Akteure vor Ort, hier v.a. mit der Revierförsterin Gunda Hanke, sind wir zuversichtlich, auch in Zukunft dieses Naturwunder erhalten zu können.

 

Pfeifengraswiesen, zu der die Gladiolenwiese zählt, kommen im Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet auf ungedüngten, sauren und feuchten Standorten vor. Sie weisen meist eine sehr hohe Artenzahl auf. Ihre Entstehung ist auf Streunutzung

zurück zu führen. Dabei wurde durch eine späte, extensive Mahd das minderwertige Heu feuchter Wiesen noch als Einstreu genutzt. Bereits seit Jahrzehnten ist diese Form der Grünlandnutzung erloschen, da Einstreu in der modernen Tierhaltung kaum noch Bedeutung hat. Daneben sind Pfeifengraswiesen besonders durch Entwässerung und Nährstoffeintrag bedroht. Auf der Fläche des Daubaner Waldes sind 4 ha Pfeifengraswiesen erhalten geblieben, deren Pflege durch die Naturschutzstation geleistet wird. Dabei muss die historische Nutzung, die die Bauern früher mit der Handsense praktizierte, durch geeignete Technik ersetzt werden. Die Maßnahmen

werden durch die feuchten bis nassen Böden erheblich erschwert, da wegen der besonderen Gefahr des Einsinkens der Einsatz von Traktorentechnik in der Regel nicht möglich ist. Die Flächen können meist nur

mit Einachsmäher bearbeitet und das Mähgut im Handbetrieb geräumt werden. Dazu ist eine exzellente Kenntnis der Flächen und ihre wechselnden Feuchteverhältnisse unerlässlich. Die Naturschutzstation verfügt sowohl über die speziell an die Flächen angepasste Technik als auch über Mitarbeiter, die jahrelange Erfahrungen mit diesen Standorten einbringen. Als spezielle Arten sind im Gebiet z.B. Pfeifengras, Zittergras, Natternzunge, Nordisches Labkraut, Großer Wiesenknopf, Blutwurz, Dachziegelige Siegwurz u.a. erfasst.